Befehle
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Ein Befehl (engl. Command) ist eine Definition zum Aufruf eines Programms, hauptsächlich bezüglich Parameter und Umgebungsbeschreibung. Das klingt komplizierter, als es ist.
Ein Programm, zum Beispiel in CL geschrieben, muss zum Einen mit dem Befehl CALL gestartet werden, zum anderen kann es viele Parameter akzeptieren, für deren Format und Reihenfolge bestimmte Regeln gelten. Da man diese Regeln nicht immer im Kopf hat, bietet OS/400 das Konzept des Command, mit dem alles schön beschrieben werden kann, die Parameter und deren Grenzen definiert werden und sogar die Hilfstexte angegeben werden können.
Damit ist das so genannte Prompten mit der F4-Taste möglich, was bei anderen kommandozeilen-basierten Betriebssystemen in dieser bequemen Form unbekannt ist.
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Eigene Befehle erstellen
- siehe später hier: einen eigenen befehl erstellen
Vorhandene Befehle
Es gibt (je nach Betriebssystemversion) etwa 2000 Befehle - kein Wunder, wenn man hier den Überblick verliert. Daher hat IBM eine gewisse Richtlinie für die Namen definiert, damit man von der (englischen) Formulierung der gewünschten Aufgabe auf den Befehl schliessen kann.
Die Regeln lauten:
- aus der natürlichen (englischen) Sprache werden einzelne Wörter verwendet
- möglichst werden selbstlaute (A, E, I, O, U) gestrichten - es gibt Ausnahmen!
- die einzelnen Wortgruppen werden meist in Gruppen von 3 Buchstaben zusammengefasst
- Die Reihenfolge der einzelnen Wörter, die einen Befehlsnamen bilden: Verb, Objekt, Detailangabe zum Objekt
- Wenn man nur den Anfang des Befehlsnamen kennt, kann man durch Anfügen eines Sternchens eine Liste aller Befehle mit einem bestimmten Namen auflisten (z.B. WRK*)
Beispiele
Schauen wir uns einige Beispiele an:
- WRKHDWRSC - work with hardware resources (Mit Hardware-Ressourcen arbeiten)
- WRK - Work (Verb)
- HDW - Hardware (Objektart)
- RSC - Resources (Detail)
- STRPDM - Start Program development manager (Programm-Entwicklungsumgebung starten)
- STR - Start (Verb)
- PDM - Program development manager (Objekt)
- keine Detailangabe
...
Liste der Verben
Die folgende (unvollständige) Liste zeigt wichtige Verben.
- ADD - (add) hinzufügen zu einem Objekt
- CHG - (change) Ändern eines Objekts oder einer Einstellung
- CLR - (clear) Leeren eines Objekts (obacht: nicht löschen)
- CRT - (create) Erstellen eines Objekts
- DLT - (delete) Löschen eines Objekts
- DSP - (display) Anzeigen eines Objekts, der Details, Einstellungen
- END - (end) Beenden einer Verarbeitung, eines Jobs etc.
- HLD - (hold) Anhalten einer Verarbeitung
- RLS - (release) Fortsetzen einer Verarbeitung
- STR - (start) Starten einer Verarbeitung, eines Programms etc
- WRK - (work) Arbeiten mit ...
Mit dem folgenden Befehl kann man alle Verben sehen, sowie über die Menustruktur die zugehörigen Befehle:
- GO VERB
Liste der Objekte
Das Objekt gibt genau an, womit man einen Befehl ausführen will, beispielsweise, was für ein Objekt erstellt werden soll. Da OS/400 ein objektbasiertes Betriebssystem ist, erkennt man hieran schnell, dass es zu fast jeder Objektart eigene Befehle (ADD, CRT, CHG, DLT...) gibt, die nicht für andere Objektarten verwendet werden können. Das bietet Sicherheit!
- DTAARA - (data area) Datenbereich
- F - (file) generelle Dateiangabe, je nach Dateityp gibt es weitere Objektarten:
- PF - (physical file) Physische Datei, die Daten enthält
- LF - (logical file) Logische Datei, die einen Zugriffsweg auf Daten in einer PF enthält
- SAVF - (save file) Sicherungsdatei, die gesicherte Objekte enthält
- DSPF - (display file) Beschreibung für den Aufbau einer Bildschirmseite
- PRTF - (printer file) Beschreibung für einen Ausdruck
- SPLF - (spooled file) Eine Ausdruck-Datei, die zu einem Drucker gesendet werden kann
- JOB - (job) Ein Job ist ein laufendes Programm (vereinfacht ausgedrückt)
- JOBQ - (job queue) Eine Job-Warteschlange sammelt zu startende Jobs und gibt diese je nach Definition an ein Subsystem weiter
- LIB - (library) Bibliothek, kann Objekte (aber keine weitere Bibliothek) enthalten
- OUTQ - (output queue) Eine Ausgabe-Warteschlange sammelt Druckausgaben
- PGM (program) Programmobjekte, es gibt folgende Unterarten:
- MSGF (message file) Eine Datei die Nachrichtenbeschreibungen enthält
- SYSVAL (system value) System-weit gültige Einstellungswerte
- USRPRF (user profile) Benutzerprofile
Liste der Detailangaben
Wie oben schon gesehen (z.B. Dateien) kann es zu einer Objektart verschiedene Varianten geben, so dass auch bei den entsprechenden Befehlen unterschieden werden muss. Die einzelnen Befehle fangen gleich an, haben aber zusätzliche Angaben für den genauen Objekttyp oder zur Unterscheidung zwischen verschiedenen Objekten.
Beispiele:
- DSPMSG* - zeigt alle Befehle, deren Name mit DSPMSG anfängt, hier:
- DSPMSG - (display message) Anzeigen von Nachrichten für aktuelles Benutzerprofil und aktuelle Datenstations-Nachrichtenwarteschlange (Wie man sieht, kann die deutsche Übersetzung sehr lange Wörter produzieren)
- DSPMSGD - (display message description) Zeigt details einer Nachricht in einer Nachrichtendatei an
- WRKUSR* - zeigt alle Befehle, deren Name mit WRKUSR anfängt, hier:
- WRKUSRJOB - (work with user jobs) Arbeiten mit Jobs eines Benutzers
- WRKUSRPRF - (work with user profiles) Arbeiten mit Benutzerprofilen
- WRKUSRTBL - (work with user tables) Arbeiten mit Benutzertabellen für Kassen

