CPW

aus AS400wiki, der freien Wissensdatenbank

CPW ist die Abkürzung für Commercial processor workload und eine Maßeinheit von IBM zum Vergleich von AS/400 und iSeries-Systemen. Details über die genauen Abläufe dieses Benchmarks sind leider nicht zu erfahren. Laut Frank Soltis sollen sich die Methoden dieses Benchmarks aber in gewissen Rahmen am TPC-C Benchmark orientieren.

Es handelt sich um eine Mischung aus synthetischen und praktischen Leistungsmessungen, die eine kommerzielle, kaufmännische Systemumgebung bei etwa 70%iger Systembelastung darstellen sollen (in grösster Ausbaustufe des Modells). Ein genannter Maximalwert bei einem System wird in der Regel so angegeben, als wäre das System mit maximaler Plattenanzahl ausgebaut; oder gar unter Ignoranz von Leistungseinschränkungen durch den Storage-Bereich.

Beispielsweise kann ein Modell 150 bis zu 35CPW erreichen, allerdings wird es üblicherweise langsamer sein, da dieses Modell nur 4 Platten ansprechen kann und im normalen Einsatz immer viele Festplattenaktivitäten auftreten. Weiterhin hat dieses Modell relativ wenig Hauptspeicher, so dass durch Auslagerung von Objekten auf Platte das System ebenfalls gebremst wird. Ähnlich ist es mit dem aktuellen Modell 515, dieses hat einen POWER5+ Prozessor mit 1.9GHz, der 3800CPW erreichen kann. Allerdings ist dieses System auf maximal 8 Festplatten beschränkt, so dass laut IBM bei Plattenintensiven Anwendungen höchstens 800 CPW erreicht werden.


Betrachtet man diese Leistungsspitze ohne eventuelle Einschränkungen durch Hauptspeicher oder Anzahl Festplatten, spricht man von "unconstrained CPW".

Man kann mit einer CPW-Angabe aber alle AS/400-Systeme vergleichen, sei es ein CISC oder ein RISC-System.

Übrigens: Je nach Version des internen Codes kann sich auch die CPW-Leistung eines Systems ändern. Da IBM an diesem internen Code immer wieder Optimierungen durchführt, ist ein neueres Release gelegentlich etwas flotter. Gerade bei den RISC-Systemen zwischen V3R6 und V4R1 gab es einen gewaltigen Sprung, der manche Prozessoren um bis zu 15% schneller machte. Weiterhin sollte man die Beziehungen der Systeme untereinander betrachten: Referenzsystem ist ein Modell 9404 B10 mit 16MB Hauptspeicher und 945MB Festplatten. Dieses System wird mit CPW = 1.0 gesetzt. Würde man nun ein aktuelles RISC-System ebenfalls mit 16MB Hauptspeicher ausstatten (sofern das ginge), käme dieses auch nicht von der Stelle, da modernere Varianten von OS/400 (und RISC-Code generell) viel Hauptspeicher benötigen. Ich habe Testweise ein Modell 150 mit V4R2 und 32MB RAM getestet. Das war auch grottenlangsam :-)

Übrigens/2: Die Leistung einer AS/400 ist seit den neueren RISC-Maschinen aufgeteilt in:

  • Batch-Leistung sowie
  • Interaktive Leistung

und ab dem Power5+ Prozessor noch in

  • Java-Leistung

Das hat Lizenzgründe, die nicht jeder nachvollziehen kann. IBM möchte mit aller Gewalt die Anwender von den effizienten, aber optisch nicht ansprechenden grünen Bildschirmen wegbringen und verteuert daher diese interaktive Leistung. Ein System mit - sagen wir - 1000 CPW Gesamtleistung (Batch) und nur 60 CPW Interaktivleistung ist weitaus günstiger in der Lizenz als das gleiche Gerät mit 1000 CPW Interaktivleistung. Der einzige Unterschied in der Hardware ist ein kleiner Chip, der dem Betriebssystem mitteilt, wie viel Interaktivleistung erlaubt ist. Diesen kann man gegen viel Geld austauschen, um mehr Leistung für die 5250-Programme zu erhalten. Bei dem neuen Modell 520 mit POWER5+ Prozessor gibt es inzwischen sogar die Möglichkeit, mit einem speziellen Modul die gesamte Prozessorleistung für Java-Programme freizuschalten. IBM nennt dies "Java Accelerator". Im Grunde ist das aber auch nur ein kleines Modul, welches dem Betriebssystem sagt, dass alle Handbremsen nun gelöst werden dürfen; denn es ist keine leistungssteigernde Hardware, nur ein Modul mit einem Lizenzkey darin...

Übrigens/3: Die neuen Modelle 515 und 525 haben keine Leistungsbremsen mehr; die komplette CPU-Leistung steht für alle Anwendungen zur Verfügung. Die Lizensierung geschieht hier User-basiert.

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